Auf der f8 Konferenz von Facebook wurden zahlreiche Neuerungen vorgestellt: die Timeline, der Live-Ticker, die Erweiterung des Open Graph, der neue Newsfeed. Über diese Änderungen haben wir Euch vor kurzem schon informiert. Allmählich kristallisiert sich auch hinaus, was diese Änderungen fürs Marketing bedeuten.
Nehmen wir zum Beispiel den neuen Newsfeed. Dieser soll die Facebook-Startseite aufräumen. Top Storys werden prominent an oberster Stelle platziert, aktuelle Meldungen folgen weiter unten und die eher flüchtigeren Updates wie neue Freundschaften und ähnliches wandern zum Großteil in den Liveticker. Diese kombinierte Ansicht sorgt dafür, dass Fanpage-Posts tendenziell in den nichtsichtbaren Bereich des Bildschirms wandern. Laut dem amerikanischen Blog insidefacebook.com und dem Analysedienst EdgeRank hat dieser Umstand in den letzten 2 Wochen zu einem Einbruch der Post-Impressions um 25 % geführt. Diese Zahlen basieren zwar auf einem relativ kurzen Zeitraum, zeigen jedoch eine Tendenz für die kommenden Monate auf.
Fanpages müssen den neuen Newsfeed aber nicht nur fürchten. Für den gleichen Zeitraum fand EdgeRank heraus, dass die Zahl der Likes um 9% und die Zahl der abgegebenen Kommentare sogar um 21 % gestiegen ist. Für Marketer ergeben sich also neue Herausforderungen, wenn es um den gewinnbringenden Einsatz von Social Media geht. Fanpages müssen den Wandel von einem reinen Inhaltepublisher zu einem interaktiven Medium vollziehen. Die reine Veröffentlichung von Inhalten reicht nun nicht mehr aus, um die Nutzer auf die eigene Fanpage zu ziehen.
Folgende 5 Punkte sollten Marketer daher beachten, wenn Sie im Zuge der Änderungen nicht zu den Verlieren gehören wollen.
1. Storytelling, kein Marketing
Viele Unternehmen sehen Facebook als reine Marketingplattform für die eigenen Produkte und Dienstleistungen an. Diese Einschätzung ist jedoch grundlegend falsch. Facebook ist eine Plattform die Interaktionen zwischen Nutzern untereinander und zwischen Nutzern und Marken ermöglicht und kanalisiert. Nutzer möchten Ihren Newsfeed nicht voller Werbung sehen, sie möchten spannende Geschichten lesen und die Chance haben immer wieder etwas Neues zu entdecken.
2. Impressionen sind nicht alles
Bei der Online-Werbung gehören Page Impressions zur harten Währung. Sie geben darüber Aufschluss, wie oft eine Seite und damit eine Werbebanner aufgerufen wird. Bei Facebook ist dies anders, die Anzahl der Impressions ist nicht der einzige Gradmesser für Erfolg und Nicht-Erfolg einer Fanpage. Ein Beitrag der nur gesehen wurde, wird einem Nutzer weniger in Erinnerung bleiben als ein Beitrag den er selbst kommentiert hat. Auch hier müssen sich die Verantwortlichen vom reinen Marketingdenken verabschieden.
3. Interaktion ist König
Eine Fanpage mit der nicht interagiert wird, hat im neuen Newsfeed keine Chance. Wie alles bei Facebook basiert die Einteilung in Top Storys und Recent Stories auf Algorithmen. Je mehr Leuten eine Fanpage gefällt, je häufiger Beiträge einer Fanpage kommentiert werden und je mehr mit einer Fanpage interagiert wird, desto öfter werden Fanpage-Beiträge in den Top Storys landen.
4. Gut Ding will Weile haben
Die Überschrift sollte schon alles sagen. Die Zahl der Impressions, Likes und Comments kann nicht von heute auf morgen in die Höhe getrieben werden. Der Erfolg kommt mit der Zeit.
5. Kontinuität sicherstellen
Dieser Punkt schließt sich dem vorigen direkt an. Wenn der Erfolg einer Fanpage nur über einen längeren Zeitraum erreicht werden kann, dann muss auch sichergestellt werden, dass die Fanpage kein Projekt mit Ablaufdatum ist. Hier wird kontinuierliche Pflege und ein stetiger Aufwand verlangt.
Was meint Ihr? Fallen Euch noch weitere Empfehlungen für Fanpages ein?
14.10.2011, Marcel Semmler

